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Ein Stolperstein in Barcelona

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Stolpersteine kennen wir aus deutschen Städten. 75.000 Exemplare hat der Kölner Künstler Gunter Demnig während der letzten 25 Jahre in ganz Europa verlegt. Damit hat er das größte dezentrale Mahnmal der Welt geschaffen. Als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.Seit Oktober 2020 liegt nun ein Stolperstein in Barcelona und erinnert an Lluis Companys. Er wurde zum 80. Jahrestag der Erschießung des katalanischen Präsidenten in das Pflaster vor dem Palau de la Generalitat (Regierungspalast) ins Pflaster gebettet.

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Companys lebte während seiner Amtszeit in dem historischen Kanoniker-Palast, der durch eine viel fotografierte neogotische Brücke mit dem Regierungsgebäude verbunden ist. Seit den 80er Jahren wohnen die Präsidenten nicht mehr in der historischen offiziellen Residenz.

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Was war geschehen?  Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges im Februar 1939 floh Lluis Companys vor den in Barcelona einrückenden Franko-Truppen wie hunderttausende anderer Republikaner nach Frankreich. Nur ein Jahr später marschierten die deutschen Besatzungstruppen in Frankreich ein und kurz darauf beginnen auf Treiben der spanischen Behörden Festnahmen von führenden Republikanern. Darunter auch Lluis Companys.  Er wird von den Nazis aufgespürt und nach Spanien ausgeliefert. Nach mehrwöchigen Verhören verurteilt ihn schließlich ein Militärgericht in Barcelona wegen‚ Unterstützung eines Militäraufstandes‘ zum Tode. Companys wird am 15. Oktober 1940 im Castell de MontjuÏc hingerichtet. Die Festung war während der Franko-Diktatur als Gefängnis für Regimegegner benutzt worden. Heute ist der Ort ein Besuchermagnet, weil die Aussicht über Stadt und Meer schlicht umwerfend ist.

Stolperstein4Das Gerichtsurteil ist bis heute nicht revidiert worden. Schon anlässlich der Olympischen Spiele 1992 war das Stadion auf dem Montjuïc nach ihm benannt worden, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

Companys ruht heute zusammen mit 4000 anderen Opfern des Franco-Regims im Fossar de la Pedrera, einem Denkmalsort dessen Namen an den ehemaligen Steinbruch an dieser Stelle anspielt. Hier wird auch den Spaniern gedacht, die in deutschen Konzentrationslagern starben.

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